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Für uns nie wieder: Hundehotel Satke in Kaltenberg/Geltendorf

18. Juni 2009

Fazit:  Wir waren mit der Betreuung unseres überhaupt nicht zufrieden. Das Hundehotel Satke hört sich gut an und tut sehr professionell. Insbesondere Herr und Frau Satke waren aber unfreundlich. Das Konzept passt wohl nicht zu agilen Hunden.

Über Christi Himmelfahrt waren wir in Weimar und Leipzig. Da diese Fahrten mit Hund ein wenig aufwendig gewesen wären, haben wir uns entschlossen Craic in fremde Obhut zu geben. Leider war die von uns bereits besichtigte und für gut befundene Hundepension “Kufner-Palm” bereits belegt, weshalb wir uns nähe mit dem Hundehotel Satke beschäftigten.

Die Internetseite des Hundehotels sieht sehr vielversprechend aus. Rundum professionell gemacht, mit vielen Informationen und einer schönen Struktur. Wir haben dann versucht Craic telefonisch anzumelden, was leider scheiterte. Wir mussten das  – doch etwas sehr umfangreiche – Formular auf der Website ausfüllen. Damit ist es aber nicht getan! Als Antwort darauf bekamen wir per E-Mail eine Auftragsbestätigung, die wir unterschrieben zurückfaxen mussten, bevor die Buchung angenommen wurde. Umständlicher geht es fast nicht mehr.

Wir mussten die Katze im Sack kaufen (Rücktritt ausgeschlossen, wobei ich mit Fam. Satke über die Tiefen des Fernabsatzgesetzes mal lieber nicht diskutieren möchte – das wird von diesen nämlich vollkommen ignoriert), wollten aber auf jeden Fall das Hotel vorab besichtigen.

Am Wochenende vor dem geplanten Aufenthalt sind wir dann nach Kaltenberg gefahren. Von München ein ganz schöner Weg, wenn auch recht idyllisch. Schön war, dass wir auf dem Rückweg gleich mal das Schloss Kaltenberg mit dem Ritterstadion besichtigen konnten. Bisher halten wir es nicht geschafft, die Ritterspiele in Kaltenberg zu besuchen – wo wir jetzt aber wissen, wo es ist, sollten wir das auf jeden Fall mal tun.

Das Hundehotel findet sich in einem Gewerbegebiet. Die Hausnummer kennt unser Navi nicht, es ist mit aufmerksamen Blicken aber zu finden. Das Hotel ist sehr gepflegt, bietet einen kleinen Parkplatz, von dem man auch direkt die – recht überschaubare und ziemlich kahle – hoch eingezäunte Freifläche begutachten kann.

Die Besichtigung war etwas ernüchternd. Wir wurden in 5 Minuten schnell durch den schmalen Gang geführt, an dem mit Glastüren die sechs Hundezimmer grenzen. Es wirkte alles sehr dunkel, was aber auch ein wenig am recht schlechten Wetter an diesem Tag gelegen haben kann. Craic wollte man eher nicht sehen. Erst musste er im Auto bleiben und wurde dann auf unser Drängen hin auch kurz ins Hundehotel gelassen. Wir wollten schließlich, dass die Hotelbetreiber auch wissen, was für ein Hund Craic ist und wie er sich verhält. Man war aber sehr zurückhaltend und nur die Tochter des Hauses hat sich intensiver mit dem Hund befasst. Die Frau des Inhabers hat stattdessen lieber so laut telefoniert, dass man sie in New York, wo wohl ihr Gesprächspartner weilte, problemlos ohne Telefon verstanden hätte.

Nach diesem Besuch waren wir sehr irritiert. Sollten wir ihn tatsächlich hier abgeben? Mit dem Risiko, dass er – wenn er sich nicht sofort in die Gruppe integriert – in ein “Einzelzimmer” kommt? Mit einem kleinen, fast rasenlosen Freigelände auf dem zwar Agility-Geräte stehen, die aber “jetzt erstmal abgebaut” und dann “nächstes Jahr wieder aufgebaut werden”? Außerdem wirkte es vom ersten Moment an so, als ob Frau Satke vorbehalte gegen Parson-Russell-Terrier hat (die sie zusätzlich dauerhaft mit Jack-Russell-Terriern verwechselte, was einfach vollkommen falsch ist und sich auch nicht auf die Länge der Beine beschränkt!).

Wir hatten leider keine andere Wahl und insgesamt wirkt das Hotel ja auch professionell – nur die Menschen etwas komisch.

Ganz das gegenteilige Bild hatte ich dann zum Glück, wie ich Craic dann für den Aufenthalt vorbei gebracht habe. Schon beim Aussteigen aus dem Auto wurde ich freundlich von einem Mitarbeiter begrüßt, im ganzen Hotel wurde gewerkelt und kaum war Craic angemeldet, nahm ihn mir auch schon ein Mitarbeiter ab und joggte mit ihm um das Freigelände. Weil ich meinen Hund ja kenne, fragte ich nochmal genau nach, wie denn mit dem Hund verfahren werden würde, wenn er sich doch nicht direkt gut in die Gruppe integrieren würde. Die Tochter des Hauses – die den Empfang managte – sagte mir, dass man zum Einen alles probieren würde, damit er in die Gruppe kommt. Im Falle des Falles würde er dann in ein Doppelzimmer kommen. Auf meine Nachfrage hin wurde mir aber zugesichert, dass er im Freigelände natürlich trotzdem viel Kontakt mit anderen Hunden hätte. Craic ist es gewohnt, täglich mit rund 10 Hunden Kontakt zu haben – insgesamt hat er mehr als 20 regelmäßige “Spielkameraden” bei uns im Viertel! Ich wollte nicht, dass er sich im Hundehotel isoliert vorkommt.

Ich fuhr sehr erleichtert nach Hause und hatte ein sehr gutes Gefühl.

Um wirklich sicher zu sein, dass alles okay ist, rief ich am folgenden Tag – kurz vor unserer Abfahrt – nochmals im Hundehotel Satke an. Ein sehr freundlicher Mitarbeiter ging ans Telefon und versicherte mit, dass alles wunderbar laufen würde. Auf ein paar Nachfragen hin, fiel ihm dann ein, dass doch etwas gewesen sein könnte und gab mich an Frau Satke weiter. Diese erzählte mir sehr schroff und unhöflich, dass Craic in ein Doppelzimmer kommen musste, weil er sich mit der Gruppe nicht vertragen hätte - kein Wort dazu, wie ausführlich man es probiert hätte oder wo genau die Probleme gelegen haben sollen. Und “natürlich” würde der Hund auch im Freigehege nur mit der einen Hündin zusammen sein, mit der er sich auch ein Zimmer teilt. Auf meinen Einwand hin, dass mir die Frau Tochter aber etwas gegenteiliges mitgeteilt hatte, wurde ich nur angefahren und – mitten im Satz – an Herrn Satke weitergegeben. Dieser hörte sich mein Anliegen gar nicht mehr an, sondern grantelte direkt drauf los. Mir kam es vor, als hätte ich durch meine Nachfragen Majestätsbeleidigung begangen! Wie ich denn überhaupt denken könne, der Hund wäre alleine. Man sei ja ein Hundehotel und nicht nur irgendeine Hundepension! Man habe das Haus ja extra nur für Hunde gebaut! Und so weiter und so fort.

Was nun? Hund abholen und doch mitnehmen? Geht nicht…

Also in den sauren Apfel gebissen und darauf vertraut, dass Herr und Frau Satke sowieso wenig mit den Hunden zu tun haben und Tochter und Mitarbeiter das Ganze schon im Griff haben.

So war es dann mehr oder weniger auch. Frau Satke hatte bei der Abholung in ihrer bekannt liebenswürdigen Art nichts weiter im Sinn, als das Geld von mir zu kassieren.

  • Kein Wort zum Hund,
  • kein direktes Holen des Hundes -
  • erstmal Geld her.

Dann wurde Craici geholt, der sich riesig gefreut hat und total aufgedreht war. Eigentlich komisch. Wenn er sonst einige Tage weg und bei anderen Hunden war, war er normalerweise sehr, sehr müde. Die Tupperware-Dose mit dem Hundefutter bekam ich auch wieder – mit Edding beschriftet (auch “Craic” auch noch falsch “Craik” geschrieben).

Kaum aus dem Hotel raus musste Craic sich erstmal sehr ausgiebig lösen. Er war also an diesem Morgen – ich hatte ihn gegen 10h abgeholt – wohl noch nicht draußen gewesen.

Zuhause merkte ich aber schon, dass er ganz schön geschafft war – irgendwie war er wohl aber auch sehr froh, aus dem Hotel gehen zu dürfen. Aber auch weitere Nebenwirkungen merkte ich zu Hause, z.B. dass er in den ersten Tagen immer an der Wohnungstür kratzte, wenn er irgendetwas wollte – vielleicht, weil im Hundehotel die Zimmer Glastüren haben und er so auf sich aufmerksam machen musste, damit sich um ihn gekümmert wurde?

Ich für meinen Teil finde die Immobilie des Hundehotels Satke toll – die Betreiber sollten sich aber überlegen, ob das so der richtige Ansatz ist. Craic wird doch wahrscheinlich kein Gast mehr werden. Die Hundepension Kufner-Palm ist für die nächsten Gelegenheiten schon gebucht.

Hundehotel Satke

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