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Anna Restaurant – die kleine Schwester vom Spitzenreiter

14. Januar 2009

Wenn mich jemand nach meinem Lieblingsrestaurant fragt, antworte ich oft spontan “Anna”. Das Anna Restaurant  gleichnamigen Hotel direkt in der Münchner Innenstadt am Stachus gegenüber des Mathäser Cineplex ist zwar nicht für jede Gelegenheit mein Geheimtipp – aber für die meisten.

Das beginnt mit de Frühstück. Natürlich kann man auch im Lotterleben gut frühstücken oder im Café Atlas und das Büffet im Anna ist auch nicht perfekt, aber schon hier merkt man, dass das Anna nicht einfach ein normales Restaurant ist, sondern zu den Privathotels der Familie Geisel gehört, die mit dem Excelsior und dem Königshof zwei der besten Hotels Münchens betreiben und mit ihrem Königshof Restaurant jedes Jahr erneut mit dem Tantris um die Krone der Restaurants in München kämpfen.

Das heißt nicht, dass das Anna teuer ist – billig ist es aber auch nicht. Aber preiswert! Das Frühstücksbüffet mit einer großen Auswahl an frischen Früchten, Müsli, Aufschnitt und sogar frisch zubereiteten Eierspeisen ist mit 14,90 Euro absolut angemessen. Nicht im Preis enthalten sind Heißgetränke, was aber zu verschmerzen ist..

Dabei sind alle Speisen so angerichtet, wie man es eigentlich nur Schräg gegenüber im Fünf-Sterne-Hotel Königshof erwarten würden. Genauso der Service: überaus freundlich, sehr zuvorkommend und überraschend aufmerksam.

Was mir am Anna besonders gut gefällt, sind die wechselnden Angebote den Tag über. Neben einer Standardkarte gibt es die Frühstückskarte, die Mittagskarte, die Nachmittgskarte und die Abendkarte. Der Mittagstisch hat ein sehr hohes Niveau und ist mit Gerichten zwischen 8 und 12 Euro (3 Gänge Menü 12-14 Euro) eine tolle Abwechslung zum Fast Food in der Mittagspause. Gerade der Mittagstisch ist auch absolut für ungezwungene Geschäftsessen geeignet. Schon mehr als einmal habe ich in sehr positiv überraschte Gesichter von Geschäftspartnern geguckt, wie sie die Karte und dann später auch das hervorrage Essen sahen.

Nachmittags wird vor allem Kuchen (Winter) und auch Eis (Sommer) angeboten.

Am Abend teilt sich das Anna in einen Lounge-Bereich (vorne) und einen Restaurant-Bereich (hinten). Der Lounge-Bereich ist perfekt für ein ungezwungenes Miteinander bei guten Cocktails und tollem Essen. Seit einiger Zeit wird ein Fingerfood-Buffet angeboten: dringend ausprobieren! Davon grenzt sich der Restaurantbereich mit weißen Tischdecken deutlich ab. Hier wird auf – nahezu? – Gourmetniveau eine junge, frische Küche zu akzeptablen Preisen geboten. Auch hier ist der Service unbedingt hervorzuheben – selten wird man so gut umsorgt.

Tipp: Reservieren unbedingt empfohlen! Meistens ist es – zu jeder Tageszeit – nicht gerade leer.
Tipp2: Im Sommer kann man wunderbar bis in die Nacht draußen sitzen und die Nacht genießen. Absolut empfehlenswert.

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Martin Baudrexels “rubico”

11. Januar 2009

Zum meinem Geburtstag erhielt ich eine Einladung in das Restaurant “rubico” des bekannten Fernsehkoches Martin Baudrexel. In der jüngsten Ausgabe der “Kocharena” betonte er noch ausdrücklich, dass er nicht nur Koch des rubico ist, sondern auch Inhaber. Umso mehr ein Grund, sich sehr auf einen Besuch in diesem Restaurant zu freuen. Nicht zuletzt auch, weil Martin Baudrexel zusammen mit seinen Kollegen (Zacherl, Kotaska, Marquardt) andere Restaurants wieder auf Vordermann bringt und Köchen zeigt, wie sie es besser machen können.

Doch schon beim Ankommen vor dem rubico wunderten wir uns: kaum Außenbeleuchtung, eher alte Fassade, insgesamt nicht, wie man sich ein nicht wirklich günstiges Restaurant vorstellt. Durch die Eingangstür kommt man direkt den einzigen, recht großen Gastraum. Dieser ist durch eine gerade Linie von Kugellampen schummrig beleuchtet. Der Weg führt direkt auf die Bar zu, wo wir ein wenig ruppig empfangen. Wir wurden weder zu unserem Tisch geleitet, noch wurde uns die Garderobe abgenommen. Erst als wir etwas verloren in der Gegend herum standen, fragte man nach der Garderobe und zeigt nochmal den zugeteilten Tisch.

Der Ecktisch war sehr schön, Scheu vor den Nachbarn darf man jedoch nicht haben, sitzt man doch sehr eng beeinander. Das Besteck ist geschmackvoll, die Glastische gewöhnungsbedürftig aber edel und das gläserne Geschirr für Brot und Amuse Buche wirklich schön. Die Gläser sind zwar hochwertig, aber nicht besonders pfiffig gewählt.

Schnell hatten wir die Speisekarte vor uns und der Kellner bot im gleichem Atemzug einen Aperitif an. Irgendwie wurden wir mit ihm aber nicht so recht warm und er wirkte recht ruppig auf uns, was uns aber nicht davon abhielt, den Holunderberr-Belini zu bestellen (wobei es fast unmöglich wurde, da der Kellner das Wort “Bellini” immer vernuschelt hat und wir gar nicht verstanden, was er uns anbieten will). Die Weinkarte wurde kommentarlos auf den Tisch gelegt. Die Karte ist übersichtlich, aber nicht zu klein: Neben einem Drei-Gänge-Menü (40 Euro) werden zwei Suppen, sind sechs Vorspeisen und Hauptgerichte, ein Zwischengang und vier Desserts angeboten.

Der erste Blick zeigte schon: Vegetarier darf man hier nicht sein. Die Auswahl an rein vegetarischen Gerichten ist verschwindend gering, jedoch dominiert auch nicht das Fleisch, sondern ein guter Mix aus Wasser- und Landtieren.

Brot wurde auf den Tisch gestellt. Da zu gab es keine Butter, sondern eine grüne Creme, die uns zunächst nicht erklärt wurde. Auf Nachfrage wurde es uns als Erbsenpaste vorgestellt – was wir auch gerade schon erschmeckt hatten. Von der Farbe her hätte es aber auch Wasabi oder Ähnliches sein können, weshalb wir etwas vorsichtig waren.

Wein und Wasser wurde einmal eingegossen – nachschenken darf und muss man sich jedoch selbst. Aufgrund der engen Verhältnisse wäre es aber für die Kellner auch gar nicht möglich, dies zu tun (von der sehr geringen Anzahl der Servicekräfte mal ganz abgesehen).

Generell war der Service eher ein Trauerspiel. Ruppig, kurz angebunden, kumpelhaft. Einfach nicht angemessen.

Das Essen kam schnell und war schön dekoriert. Die Vorspeisen waren das Highlight des Abends (Geschmolzener Ziegenkäse; geräucherte Ente) und durchweg gut. Der Zwischengang (Tagliatelle mit Gambas) kam recht schnell hinterher und war eher Mittelmaß. Die Tagliatelle waren gerade so nicht zu hart und die Soße relativ geschmacksneutral. Die Gambas war jedoch wirklich super. Der Hauptgang (Lachs und Ente) überrascht zuerst meine Begleitung: die “Bayerische Ente” entpuppte sich als Entenkeule, die sich nicht sehr damenhaft essen lässt. Das Gemüse war bei beiden Gerichten gut, wenn auch nicht außergewöhnlich. Der Lachs war wunderbar gebraten und harmonierte gut mit der Orangensauce.

Nach dem Hauptgang gab es eine kleine Pause, in der wir auch die Entenproblematik mit dem Service besprachen und in der auffiel, dass bei der Ente auch eine Beilage gefehlt hat. Zur Entschuldigung wurden wir zum Desert eingeladen, was wir gerne annahmen. Die Deservariationen bestanden aus einem Stück Schokokuchen, einer kleinen Creme Brulee und einer Nocke Vanilleeis. Der Gateau au Chocolat stellte sich leider als derselbe harte, schwere Schokokuchen heraus, der auch Bestandteil der Variationen ist und war nicht annähernd so gut, wie der Gateau au Choloat mit flüssigem Kern im La Buille, das ich erst vor zwei Wochen genießen durfte. Der Prosecco zum Desert kam erst nachdem das Desert schon auf dem Tisch stand.

Während des Abends füllte sich das Restaurant bis auf den letzten Platz, wodurch es auch recht laut wurde. Die nicht wirklich leise Musik tat ihr übriges. Nach dem Zahlen war der Kellner so schnell weg, dass wir nicht mal ein Taxi ordern konnten. Die Garderobe mussten wir uns selbst zusammen suchen. Weder wurden wir verabschiedet, noch auf unseren Abschiedgruß reagiert.

Fazit: Das Essen ist okay, der Service Mittelmaß. Preis und Leistung passt aber – selbst für München – nicht zusammen. Hier ist man im Anna oder La Buille besser aufgehoben und bekommt erheblich mehr für sein Geld. Von “Gourmet” ist die Küche des ein ganzes Stück entfernt, die Preisgestaltung jedoch leider nicht. Damit man aber allein für den Namen mehr zahlt, hätte der Meister ruhig mal aus seiner Küche kommen können.

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