Outland Bar – Eat and drink… leider ohne Service und zu teuer
Vor zwei Wochen habe ich Citydeal kennen gelernt (Danke Tom!) und bin jetzt ein großes Fan. Jeden Tag checke ich auf Tagesangebote.de, was es für aktuelle Deals gibt und schlage zu, wenn es mich interessiert. Demnächst gibt es für uns ein wunderbares Abendessen für 50 statt 100 Euro, Entpassung in einer Salzgrotte, zwei Tage in einem Spa für meine Liebste und ein bißchen Kino – alles schon erstanden und meist für gerademal 50% des regulären Preises.
Genauso habe ich ganz zu Anfang für 11 Euro ein Frühstück für zwei inkl. Prosecco in der Outland Bar ergattern können. Die Outland Bar kenne ich schon länger, da unsere ehemaligen Irischen/Englisch Nachbarn dort sehr gerne waren. Es war zwei kein Irish-Pub, aber es gab gutes Bier und englischen Fussball. Die Bar war sehr urig, alles mit rohem Holz aufgestattet, Fässer als Stehtische und vieles mehr. Zudem war es ein echter Pub (Musik, Stimmung, Zahlen an der Bar etc.).
Nun hat man das Outland jedoch renoviert, modernisiert und vergrößert. Es ist das totale Gegenteil von vorher. Alles stylisch, lounge-artig, mit Aquarium, Lederbänden, dezenter Beleuchtung, Designergeschrirr und -Besteck und so weiter. Prinzipiell also etwas, wo ich mich auch sehr wohlfühlen kann.
Da die ersten Sonnenstrahlen diese Woche auch München erreichten und es mindestens 10 Grad warm war, fuhren wir mit dem Fahrrad. Von uns nur knapp 15 Minuten. Leider ist das Abstellen von Fahrrädern vor dem Outland nicht direkt möglich, gleich daneben gibt es aber einen Fahrradständer, den man gut nutzen kann. Schon von außen sieht man die Veränderungen im Outland: große Fenster lassen viel Licht in das Lokal und man kann schon gut von außen sehen, wie viel los ist. Die Fassade ist sehr ansprechend gestaltet, die – nicht zu große – Karte direkt am Eingang platziert und die Fenster wunderbar in der neuen CI verziert.
Innen wird man von einer angenehmen Atmosphäre begrüßt. Besonders die Gestaltung in Brauntönen, das Aquarium und die Beleuchtung gefallen mir sehr. Leider nicht begrüßt wurden wir vom Personal, fanden jedoch auch auf eigene Faust schnell einen schönen Tisch. Obwohl es Sonntag am späten Vormittag war und kurz vorher über 100 dieser Frühstücksgutscheine verkauft worden sind, war es sehr leer. Neben uns waren nur zwei andere Tische belegt.
Als wir am Tisch saßen, bekamen wir auch recht schnell die Karte gebracht. Diese ist sehr schön gestaltet, setzt die CI flüssig fort und bietet ein recht schönes Angebot. Besonders toll ist die separate Teekarte mit einigen sehr schönen Angeboten. Da wir schon wussten, was wir bestellen (schließlich galt der Gutschein nur für das besagte Frühstück), mussten wir nicht lange in der Karte suchen. Nur Getränke mussten kurz entschieden werden. Die Bedienung gab uns dann bevor sie unsere Bestellung aufnahm auch noch einige Zeit, den Laden weiter zu begutachten und beispielsweise zu diskutieren, warum man so viele kleine Fische in dem Aquarium hat und nicht eher größere, die man besser sieht? Irgendwann merkt sie aber dann doch, dass wir auch etwas frühstücken wollen und fragte nach unseren Wünschen.
Bis hier hin fühlten wir uns im Outland wohl. Ab jetzt ging es leider steil bergab. Schon die Bestellung “Wir hätten gerne das Outland Special Frühstück mit Prosecco und für mich einen großen O-Saft, gerne nicht frisch gepresst und einen English Breakfast.” überforderte die Bedienung. Es dauerte etwas, bis sie verstanden hatte, dass “Englisch Breakfast” kein Frühstück, sondern ein Tee ist… Meine Liebste vervollständigte dann die Bestellung mit “und für mich einen Indian Tschai”, was mit einem “Also dann kein English Breakfast?” quittiert und von uns natürlich korrigiert wurde.
Kaum war alles verstanden, die prompte schnippische Reaktion auf den Zettel, der aus meiner Hemdtasche guckte “Haben Sie einen Gutschein? Das müssen Sie mir aber schon vorher sagen!”.
Die Bestellung wurde dann jedoch erfreulich schnell gebracht. Zu erst der Prosecco. Einer aus der alten Flasch mit ziemlich wenig Restkohlensäure und einer aus einer neuen Flasche, wie er sich gehört. Mit etwas Verständnis und weil es nicht total still war, haben wir das eine Glas nicht reklamiert.
Kurz danach kam, jeweils in Etappen, das Frühstück, der Tee und final dann endlich auch Teller, Besteck und Servietten. Alles wurde recht umständlich auf den Tisch gestellt und wir mussten erstmal alles umräumen, damit wir überhaupt an alles heran kamen.
Moment! Stand beim Tschai-Tee nicht etwas von warmer Milch? Schnell nochmal in die Karte geschaut und tatsächlich: “Mit warmer Milch und Zucker wird der Tee zum Genuss”. Also haben wir die Bedienung auf Milch angesprochen, die dann auch kam. Jedoch kalt. Auf die Rückfrage, was es denn mit der warmen Milch auf sich hat, wurde pikiert geantwortet, dass wir das doch bitteschön dazu sagen müssten. Wie konnten wir auch bloß auf die Idee kommen, dass Getränke so geliefert werden, wie sie in der Karte beschrieben sind… (Die Teetassen sind zudem ein Ärgernis: sie haben keinen Henkel, dafür aber zwei Einkerbungen für das “Rührstäbchen”, durch die man sich wunderbar bekleckern kann.)
Das Frühstück ist nicht riesig, jedoch reichlich und von recht hoher Qualität. Schnittkäse, Weichkäse, Frischkäse, Salami, Parmaschinken, Lachs (leider direkt mit Sahnemeerrettich besudelt, Marmelade, Honig, etwas Obstsalat (Ganz komisch! Entweder aufgetaut, alt oder irgendwie ungewöhnlich zubereitet.) und zwei weich gekochten Eier, Butter. Dazu zwei frische Croissants und diverse kleine Brötchen. Letztere leider (außer Roggenbrötchen) mit Sesam und recht hart.
Und dann war die Bedienung weg. Einfach weg. Dabei waren die zwei Nicht-Sesam-Brötchen jetzt verspeist und ich hätte gerne etwas Nachschub gehabt. Als sie dann (an einem entfernten Tisch) wieder auftauchte, sagte ich ihr, dass wir noch einen Wunsch hätten und sie bestätigte, dass sie gleich zu uns kommen würde. “Gleich” ist dabei natürlich ein dehnbarer Begriff. Nachdem sie noch Getränke für den einen und Speisen für den anderen Tisch gebracht hatte, kam sie endlich zu uns und nahm meinen Wunsch auf. Jedoch guckte sie etwas verwirrt, insbesondere ob meines Wunsches “ohne Sesam”. Kurze Zeit später war sie dann wieder da und verkündete, dass sie die Semmeln aber extra berechnen müsste. Aber es gäbe auch nur noch Roggen. Sei’s drum… so gab es eben noch Roggenbrötchen.
Wie wie gesättigt waren, sollte es flüssig zum Zahlen übergehen. Die Frage nach den Zahlungsarten brachte Ernüchterung: Nur bar. Keine Kreditkarte. Keine EC-Karte. Eine Frechheit. Zum Glück war der Gutschein ja schon bezahlt (im Internet natürlich mit Kreditkarte), so dass wir die restlichen genau 13 Euro noch in bar aufbrachten, ohne zum Geldautomaten zu müssen. Aber: 13 Euro für zwei Tee, einen O-Saft und den Brötchenkorb? Eine Tasse Tee kostet dort 3,80 Euro (in Worten: Drei Euro und Achtzig Cent!), der O-Saft immerhin noch 2,90 Euro – und der Brotkorb wurde mit 2,50 Euro berechnet.
Neben dem absolut unterirdischen Service ist der Preis unverschämt. Der Originalpreis für das Frühstück beträgt so 34,00 Euro für zwei Personen. Dafür gehen wir dann doch lieber ins Victorian House und bekommen ein 5-Sterne-Frühstück mit 5-Sterne-Service (mit frischem Obstsalat, so vielen Semmeln wie man will und besseren Tee in größeren Portionen zum kleineren Preis und in ordentlichen Tassen)
Und Kinder brauchen uns. Alles, was wir heute falsch machen, ist in wenigen Jahren ein großer Nachteil für das Kind selbst und für das ganze Land. Dazu zählen auch seelische Schäden durch finanzielle Not in der Kindheit, die auch nicht selten in schlechteren Schulnoten resultieren. Ein Teufelskreis, den man durchbrechen muss.
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