2012 – Film vs. Buch
Am Freitag waren wir im Kinofilm “2012″. Immer häufiger gehen wir nicht ins Mathaeser oder Maxx, sondern in die Forumkinos im Forum am deutschen Museum (ehem. Neues Forum der Technik, ehem. Forum der Technik). Dort gibt es zwar nur drei Kinosäle, Saal 1 ist jedoch das ehemalige IMAX-Kino mit riesiger Leinwand. Zudem waren die Forumkinos die ersten Kinos in München mit komplett digitaler Projektion.
Der Eintritt kostet dort auch Freitag Abend nur 8 Euro und es gibt nur ein paar Trailer aber keine Werbung. Insgesamt also ein sehr gutes Paket, das wir gerne nutzen. Leider laufen dort natürlich nicht alle Filme (und zudem natürlich nicht alle in Kino 1).
(In guter alter Usenet-Manier: Vorsicht Spoiler!)
2012 ist ein eindrucksvoller Film. Die Story ist zwar nicht gerade tiefgehend oder vielschichtig und insbesondere in den letzten 30 Minuten hätte man so einiges weglassen können, da es die Handlung nicht voran bringt, sondern nur in guter, alter Hollywood-Manier Spannung aufbaut (alá “Werden Sie es schaffen in 15 Minuten das Problem zu lösen und alle zu retten? Der Countdown läuft!”). Die Figuren kann man lieb gewinnen, es gibt einiges an Herzschmerz und ein bißchen Bösewicht ist auch zu finden. Insgesamt aber alles ziemlich weichgespült. Aus so manchem Konflikt im Film (Ist es fair, dass nur die überleben dürfen, die 1 Milliare Euro pro Kopf zahlen können und wollen? Und wenn nicht: Mit welchem Geld baut man dann die zum Überleben wichtigen Schiffe?) hätte man erheblich mehr herausholen können! So bleibt es bei einem tapferen US-Präsidenten, der sein Leben für sein Volk gibt und bis zum letzten Atemzug hilft, einem Wissenschaftler, der auch in schlimmster Not für menschlichkeit plädiert und einer Familie, die am Ende wieder zueinander findet. Und man sieht praktisch die ganze Menschheit sterben…
Ein schöner Abend. Wohl auch etwas, über das man 10 Minuten nachdenken kann. Aber dann ist’s auch gut. Der oft gezogene Vergleich zu “The Day After Tomorrow” passt recht gut.
Leider beschäftigt sich der Film auch praktisch überhaupt nicht mit dem Hintergrund. Warum wird mit dem Jahr 2012 soviel Negatives verknüpft? Wird 2012 die Welt untergehen?
Wikipedia schreibt dazu:
“Das Jahr 2012 taucht im Titel einer Reihe esoterischer Bücher auf. Eine bestimmte Zahlenkonstellation des Maya-Kalenders (Schöpfungstag) am 21. Dezember 2012 wird zum Anlass genommen, sowohl das Ende der Welt in ihrer bisherigen Form als auch den Aufstieg der Menschheit in eine neue spirituelle Dimension zu datieren.”
Und auch auf diesen Maya-Kalender nimmt 2012 Bezug, jedoch nur ganz am Rande. Viel engeren Bezug zu den Maya schafft da das Buch “2012 – Das Ende aller Zeiten”, das lustigerweise überhaupt nichts mit dem Film zu tun hat. Wie man bei Amazon schnell sieht, haben sich die Verlage dieser Welt wohl einen Scherz erlaubt und einen Haufen Bücher irgendwas mit “2012″ genannt.
Ich habe das Buch noch nicht fertig gelesen (derzeit etwa 50%), aber ich kann mich den Rezensionen bei Amazon bereits anschließen. Das Buch ist fürchterlich gut – und gleichzeitig fürchterlich schlecht. Ganz wie man es sieht. Man lernt in den ersten 150 Seiten viel über die Maya (beispielsweise, dass der Plural nicht “Mayas” ist), über Kultur, Kalender usw. Es ist teilweise ziemlich unübersichtlich, Datumsangaben in zwei verschiedenen Maya-Formaten und im gewohnten Format zu lesen. Zwar wird einem die gesamte Logik hinter den Maya-Formaten erklärt – aber sowas kann und will ich mir nicht merken.
Toll finde ich, dass der Lösungsansatz für die Verhinderung des Weltuntergangs hier vollkommen anders ist, als im Emmerich’schen Film. Es geht im Prinzip um Zeitreisen – mehr oder weniger. Das Buch ist wahnsinnig komplett, geht überall massiv ins Detail und selbst ich, der eigentlich eher schnell liest, brauche sehr lange, um durch das Buch zu kommen.
Ich werde berichten, wenn ich es durchgelesen habe. Schon jetzt weiß ist aber, dass man darauf bestimmt keinen Film drehen kann – aber vielleicht eine Serie alá Lost?
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