Ärger mit Möbelkultura – Erledigt
Update: Möbelkultura hat eingelenkt. Ich habe 2/3 des Geldes bar und 1/3 als Gutschein bekommen. Das war jedoch ein harter Kampf, mit vielen und langen Telefonaten…
Update 2: Unser neues Bett ist übrigens ein geniales Boxspringbett. Einfach nur zu empfehlen!
Ein neues Bett muss her. Das soll ja mal vorkommen. Online kaufen ist leicht und schnell. Leider kann man ordentlich reinfallen – wie ich mit Möbelkultura, die einen Serienfehler zwar eingestehen und 8 Wochen nach Reklamation keine Lösung liefern konnte. Und denen ich nun wegen meinem Geld hinterher rennen muss. Prädikat: Lieber nicht dort einkaufen.
Was war geschehen?
Nach vielfachem Druck der besseren Hälfte wurde die Recherche gestartet. Eine hohe gepolsterte Lehne sollte es haben. Und optimal schwarz sein. Und nicht so teuer.
Mein Lieblingsshop Amazon hatte natürlich sofort eine Lösung parat. Über den Marketplace wurde mir das “Lederdesignbett Loft, schwarz” angeboten. Preis: 329,00 Euro zzgl. 49,00 Euro Versandkosten.
Das Bett kam recht schnell und wurde ordentlich per Spedition geliefert. Es lies sich recht gut aufbauen und stand auch recht schnell. Wir schliefen ganz gut auf dem Bett.
Das Drama begann, wie wir das Bett zum Saugen etwas verschoben haben und dabei die Matratze einsackte. Wir wir diese zur Seite räumten, sahen wir, dass die Füße unter dem Lattenrost aus der Kunstoffhaltung herausgerutscht waren. Mit viel Aufwand haben wir diese wieder eingesetzt – damit sie sofort wieder herausrutschen. Nach einem weiteren Versuch hielt es dann erstmal.
Aber nicht lange. Nach wenigen Tagen rutschten die Füße wieder heraus. An Schlaf war so nicht zu denken. Großer Mist. Ein paar Bände einer alten Encyclopädie schafften, was die Füße des Bettes nicht konnten: die Matratze halten.
Also auch gleich eine Mail an Möbelkultura geschickt, bei denen ich das Bett via Amazon-Marketplace gekauft habe. Leider kam keine Antwort. Über Wochen nicht. Nach Drohung mit dem Anwalt kam prompt eine Mail – man hätte bisher keinen Zugriff auf das Postfach gehabt, an das man die Mails für Amazon-Kunden schreiben soll. Man wollte telefonieren.
Am Telefon bot man mir an, neue Füße zu schicken. Eigentlich wollte ich das Bett einfach zurückgeben, weil ich es nicht mehr haben wollte. Doch man sagte, man würde lieber die Füße schicken. Es würde zwei Wochen dauern. Ich wartete erneut.
Nach weiteren acht Wochen und mehreren Mails platze mir der Kragen. Ich wollte mein Geld. Ich wollte endlich wieder ein ordentliches Bett. Ich rief wieder an, klare Ansage: Rücktritt vom Kaufvertrag wegen Mangel. Zunächst sagte man mir wieder, dass man keine Mails bekommen habe und lies sich alles nochmal zuschicken. Man sicherte mir zu, sich binnen zwei Tagen zu melden.
Natürlich meldete sich niemand.
Also rief ich wieder an. Der Mitarbeiter wusste von nichts, wusste von keinen E-Mails und versprach sich binnen zwei Tagen zu melden und notierte sich ausdrücklich, dass ich vom Kaufvertrag zurücktreten will. Mittlerweile haben wir ein neues Bett – auf dem alten Bett von Möbelkultura konnten wir nicht mehr schlafen.
Natürlich meldete sich niemand.
Weitere zwei Tage später, abends um 21h, eine E-Mail. Von DHL. Moebelkultura hätte eine Sperrgutsendung an mich verschickt. Obwohl ich das Bett nicht mehr will und ohne Rücksprache hat der Laden wohl ein neues Bett auf den Weg gebracht.
Ich will den Schrott nicht!
Ich habe kein Vertrauen mehr in Möbelkultura und auch nicht in deren Möbel. Man hat meine Reklamationen nur abfällig bearbeitet, man hat mir nicht geholfen und jetzt schickt man mir einfach – entgegen meines Wunsches und entgegen der rechtlichen Situation – ein neues Bett und lässt mich mit dem alten Schrott allein.
Ich kaufe nicht mehr bei Möbelkultura.
Und gebe die Geschichte meinem Anwalt, wenn Möbelkultura nicht aufwacht.
Ich kaufe nicht mehr bei Amazon Marketplace.
Denn man ist verraten und verkauft. Amazon vermittelt den Kauf nur und übernimmt keine Verantwortung für die Anbieter im Marketplace. Auf eine Anfrage, ob Amazon sich mit Möbelkultura in Verbindung setzen kann, um hier zu einer Einigung beizutragen, antwortet das Unternehmen nur:
“Da Sie den Artikel nicht direkt bei Amazon.de gekauft, sondern über unsere Plattform Amazon.de Marketplace von einem Drittanbieter erworben haben, ist es uns leider nicht möglich, eine Reparatur im Rahmen der Gewährleistung in die Wege zu leiten.”
Wenn ich mich mit kleinen Händlern rumärgern will, kann ich gleich zu eBay gehen. Möbel gibt es zukünftig von home24. Da habe ich bisher nur sehr gute Erfahrungen gemacht.
Update 20.06.2012
Ein sehr netter Mensch von Amazon hat angerufen. Er entschuldigt sich, dass er das nicht mehr über Amazon lösen kann – das geht nur bis 90 Tage nach Kauf. Dann hätte Amazon das Geld sofort erstattet. Er hat mir auch ausdrücklich geraten, nicht beim Marketplace einzukaufen, wenn es nicht unbedingt sein muss – da es dort einfach immer mehr Probleme gibt, als bei Amazon selbst. Man lernt nie aus!
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